Elin Heinesen, Tochter von Jens Pauli Heinesen, den TJALDUR-Lesern bereits bekannt durch ihren Beitrag Was ist ein Fringer? - Hvat er ein Froyingur? in TJALDUR, Nr. 23/1999, S. 28-35, lebt und arbeitet seit vielen Jahren niri (da unten), wie die Fringer gerne sagen, wenn sie von Dnemark sprechen. Im folgenden Artikel greift sie in humorvoller Weise ein Thema auf, das bereits in ihrem oben genannten Artikel zur Sprache kam, die Neigung mancher Fringer, ihre Identitt vorzugsweise durch die Distanzierung zu allem Dnischen zu definieren.

 

ER MEIRI FERSLA HAVN ENN KEYPMANNAHAVN ?

IST IN TRSHAVN MEHR VERKEHR ALS IN KOPENHAGEN ?


Elin Heinesen


Er meiri fersla Havn enn Keypmannahavn?

So vendi eg skjtt nsini aftur til flatlandi aftan fimm mnair Froyum. Ta er vi blandaum kenslum, eg fari higani, t Froyar eru og fara alt at vera stai, har eg kenni meg mest heima. Flki Froyum er eitt so deiligt flk. T hittir ikki fittari nakrastani, haldi eg, men kanska haldi eg ta bara, t vit hava ta til felags, at vit eru froyingar, og vit tosa froyskt og t skilja hvnnannan betri, enn um eg tosai anna ml, enn froyingar tosau. Sum froyingur skilji eg alt, sum arir froyingar siga, beinanvegin eisini ta, i verur sagt millum reglurnar. Ikki minst skemtingarlagi. Og ta kenst alt so trygt og heimligt.

Og t leingist eg eisini burtur. t stru ver. Undarligt ... T eg eri niri, leingist eg heim til Froya, og t eg eri heima, leingist eg niur t sjldan lka ngv sum upp til Froya, men kortini ... Heima siga flk onkunt vi meg, at eg eri blivin so donsk, hvat ta so enn merkir. Eg havi bu niri 20 r. Ta m hava sna virkan, um ein vil ta ella ei. Men niri eri eg kortini ikki ng donsk til at vera kalla dani. Har sggja tey meg sum tlending. Eg kann ikki rma fr einum veti av froyskari ttalu t danska. Ta hvrvur ongant. So ongastani hoyri eg ordiliga heima og hvat eri eg so?

Mr dmar giliga vl Froyum. Eg vildi fegin b Froyum, hast her er so rkiligt av bi regni og vindi. Her er gott at vera kortini, t ta menniskjansliga flkinum heldur teg heita, men ta merkir ikki, at mr so ikki skal dma at vera arastani eisini. Froyar eru best fyri okkum froyingar, men arastani kann eisini vera gott at vera. Ta er ongant naka, sum er fullkomi, hvrki niri ella Froyum, verri enn so. Froyum grenja flk ofta dgliga um hetta og hatta veri, politikkarnar, froyingar sum heild, at teir eru bttir, t teir duga ikki ja, hetta og hatta, sum sagt.

Men Hann ni teg, um t kemur uttanfr og sigur okkurt, sum ikki er til fyrimuns fyri Froyar og froyingar. Ta er giligt, hvussu eym ngv folk ofta eru, t ein fer at samanlkna viurskifti Froyum og niri t.d. Bara ta at ditta sr til at siga okkurt gott um Danmark, kunnu summi fata sum eina beinleiis atfinning mti Froyum, hast eg ikki sjlv havi hugsa tankan at siga naka keiligt um Froyar ella froyingar.

Um eg t.d. sigi, at ta er lukksligt, sum veri ofta er keiligt Froyum, so havi eg fleiri ferir uppliva, at nstan renn setningurin er hlvliugur, veri eg brotin av: Jamen, ta er lka ringt niri hvussu er um veturin! Ja, ta er so ngv kaldari niri um veturin! Ta kann ta saktans vera naka um, men ta ger ikki mna ngd minni vi vindin og regni her...

Veri Froyum hevur sna sjarmu, j, men summi pstanda, at veri Froyum er so ngv betri sum heild enn arastani. Ta m ein siga, er ein sannleiki vi modifikatinum! Eg veit vl, at t veri so innmillum gerst so einastandandi gott, sum ta til dmis var seinasta sunnudag, ja, so kann ta ikki vera betri at vera nakra arastani enn Froyum, men hv skal ein alt nevna ta sama andadrtti fyri at gera arar froyingar rligar?

Eg upplivdi eina eitt sindur absurda stu n ein dagin. Eg koyrdi bili og ngv fersla var. Vit stu og bau vi ein T-kross fyri at sleppa t ein strri veg, og einki barst fyri, at vit fru at sleppa t vi bri. So sigur sumaurin, at ta var giligt sum ferslan var blivin ngv Havn. Eg kundi ikki bara mr at siga, at hetta t var lti av miklum mun til ta, eg var von vi, t eg skuldi koyra til arbeiis Keypmannahavn, har ofta kilometur langar birir eru vegunum. Hetta var roynd og veru at siga naka fyrimunarligt um Havnina, men pkasjey um ikki sumaurin bleiv hlvgum firtin av, at eg segi so. Ja, tit skulu alt vera betri Keypmannahavn! Sum um ikki Havnin eisini kann vera vi nkrum! Eg sat bara og glddi btt at honum, og avgjrdi vi meg sjlva, at best mundi vera bara at halda mn munn ...

 

Ist in Trshavn mehr Verkehr als in Kopenhagen?

So wende ich nach fnf Monaten auf den Frern bald meine Nase wieder in Richtung auf das Flachland. Ich reise mit gemischten Gefhlen von hier ab, denn die Frer sind und werden immer der Ort sein, wo ich mich am meisten zu Hause fhle. Die Leute auf den Frern sind so nette Leute. Du triffst nirgendwo freundlichere, meine ich, aber vielleicht meine ich das blo, weil uns gemeinsam ist, dass wir Fringer sind, und dass wir Frisch sprechen und deswegen einander besser verstehen, als wenn ich eine andere Sprache sprche, als die Fringer sprechen. Als Fringerin verstehe ich alles, was andere Fringer sagen, sofort auch das, was zwischen den Zeilen gesagt wird. Nicht zuletzt den Humor. Und das kommt einem so verlsslich und anheimelnd vor.

Und doch sehne ich mich auch fort. Hinaus in die weite Welt. Seltsam ... Wenn ich da unten bin, sehne ich mich nach Hause zu den Frern, und wenn ich zu Hause bin, sehne ich mich hinunter aber selten genau so viel wie hinauf zu den Frern, aber trotzdem ... Zu Hause sagen die Leute manchmal zu mir, dass ich so dnisch geworden sei, was auch immer das bedeutet. Ich habe an die 20 Jahre da unten gewohnt. Das muss seinen Einfluss haben, ob man es will oder nicht. Aber da unten bin ich trotzdem nicht dnisch genug, dass man mich Dnin nennt. Dort sieht man mich als Auslnderin. Eine Spur von frischem Akzent in meinem Dnisch werde ich nicht los. Das verschwindet nie. Also bin ich nirgendwo richtig zu Hause und was bin ich dann?

Mir gefllt es schrecklich gut auf den Frern. Ich mchte gerne auf den Frern wohnen, obwohl es hier so reichlich Regen und Wind gibt. Hier zu leben, ist trotzdem gut, denn das Menschliche an den Leuten hlt einen warm, aber das bedeutet nicht, dass ich nicht auch gerne anderswo sein mchte. Die Frer sind am besten fr uns Fringer, aber anderswo kann man auch gut leben. Es gibt nie etwas, das vollkommen ist, weder auf den Frern noch da unten, keineswegs. Auf den Frern schimpfen die Leute oft eifrig ber dieses und jenes das Wetter, die Politik, die Fringer insgesamt, dass sie bld sind, weil sie nichts taugen ja, dieses und jenes, wie gesagt.

Aber Gnade einem Gott, wenn man von drauen kommt und irgendetwas sagt, das fr die Frer und die Fringer nicht vorteilhaft ist. Es ist schrecklich, wie empfindlich viele Leute oft sind, wenn man z. B. anfngt, die Verhltnisse auf den Frern und da unten zu vergleichen. Wenn man sich auch nur erdreistet, etwas Gutes ber Dnemark zu sagen, knnen manche das schon als eine indirekte Kritik an den Frern auffassen, obwohl man selbst nicht einmal daran gedacht hat, etwas Nachteiliges ber die Frer oder die Fringer zu sagen.

Wenn ich z.B. sage, dass es ein Unglck ist, wie unerfreulich das Wetter auf den Frern oft ist, dann habe ich mehrere Male erlebt, dass ich schon fast, bevor der Satz auch nur halbwegs beendet ist, mit der Bemerkung unterbrochen werde: Ja, aber da unten ist es genau so schlecht jedenfalls im Winter! Ja, im Winter ist es da unten so viel klter! Da kann wahrscheinlich etwas dran sein, aber das macht meine Unzufriedenheit mit dem Wind und dem Regen hier nicht geringer.

Das Wetter auf den Frern hat seinen Charme, gewiss, aber manche behaupten, dass das Wetter auf den Frern insgesamt besser als anderswo ist. Das, so muss man sagen, ist nur die halbe Wahrheit!. Ich wei wohl, wenn das Wetter ab und zu so einzigartig gut ist, wie es zum Beispiel am letzten Sonntag war, ja, dann kann es nirgendwo etwas Besseres geben, als auf den Frern zu sein, aber warum muss man das immer im gleichen Atemzug erwhnen, um andere Fringer zu beruhigen?

Ich erlebte dieser Tage eine etwas absurde Situation. Ich fuhr in einem Auto, und es war viel Verkehr. Wir standen und warteten an einer T-Kreuzung, um in eine grere Strae einzubiegen, und es geschah nichts, damit wir bald herausfahren konnten. Da sagte mein Nebenmann, es sei schrecklich, wie der Verkehr in Trshavn zugenommen habe. Ich konnte mir nicht verkneifen zu sagen, das sei doch wenig im Vergleich zu dem, woran ich gewhnt sei, wenn ich in Kopenhagen zur Arbeit fahren msse, wo auf den Straen oft Kilometer lange Warteschlangen seien. Das war nun wirklich eine positive Feststellung ber Trshavn, aber verflixt noch mal, mein Nebenmann war doch halbwegs beleidigt, weil ich das so gesagt hatte. Ja, ihr in Kopenhagen msst immer besser sein! Als ob Trshavn nicht auch bei einigem mithalten knnte! Ich sa blo da und starrte ihn dumm an, und entschied bei mir selbst, es wre wohl das Beste, einfach meinen Mund zu halten ...

bersetzt von Detlef Wildraut

Der Artikel von Elin Heinesen erschien in der Samstagskolumne Eg meini ta (Ich meine das) der frischen Tageszeitung SOSIALURIN, Nr. 57 22.Mrz 2003. Die Redaktion dankt Elin Heinesen fr ihre freundliche Erlaubnis, den frischen Text und die deutsche bersetzung im TJALDUR abzudrucken.

Aus: TJALDUR, 31/2003, S.16-18

Zu den anderen Artikeln