Sandoy, Skúvoy und Stóra Dímun


 

Sandoy ist eine flache Insel, jedenfalls für die Färinger. Im Vergleich zu den anderen Inseln ist sie aber wirklich flacher, der höchste Berg, der Tindur, ist nur 479 m hoch. Insgesamt wohnen auf Sandoy nur 1.400 Menschen, verteilt in 6 Dörfern. Von Gamlarætt aus fährt 5- bis 7-mal täglich die Fähre, die bei Bedarf einen Abstecher nach Hestur macht, nach Skopun auf Sandoy.
Südlich von Sandoy liegt die kleine Insel Skúvoy. Die kleine Insel 1- bis 2-mal täglich mit dem Postboot Sildberin von Sandur aus zu erreichen. Skúvoy kennzeichnen steile und unzugängliche Küsten, das Dorf Skúvoy liegt 50 m oberhalb des Anlegers in einer kleinen Senke und ist vom Anleger aus über lange Treppe zu erreichen. Heute wohnen in Skúvoy noch 80 Menschen, welche hauptsächlich von der Landwirtschaft leben. Bei einer Wanderung entlang des Dorfbaches Botnsá erreicht man nach einer Zeit die steile Westküste, wo die Klippen bis zu 392 m am Knúkur aufsteigen.

Stóra Dímun, die größere der beiden Dímuninseln, wird schon lange nicht mehr regelmäßig von dem Postboot angelaufen. Die Anlegestelle von Stóra Dímun gilt als die schwierigste der ganzen Inselgruppe. Wer es geschafft hat, bei ruhiger See anzulegen, muss anschließend über eine 100 m hohe Steilwand auf das Inselplateau klettern, und das nur über in die Wand eingelassener Stufen und Halteleinen. Auf der Insel befindet sich ein Bauernhof, der nur noch im Sommer bewohnt ist. Früher waren die Bewohner oft monatelang von der Außenwelt abgeschnitten, bis Anfang der 80er Jahre der Flugverkehr mit dem Hubschrauber eingerichtet wurde. Heute erreicht man Stóra Dímun mit dem Hubschrauber, der 3-mal in der Woche von Tórshavn über Skúvoy hierher fliegt.
 

Suðuroy und Lítla Dímun


Suðuroy, die Südinsel, liegt, wie der Name schon sagt, ganz im Süden der Färöer, 2 Stunden mit der Fähre von Tórshavn entfernt. Die Fähre, die Smyril, ist 1975 in Dänemark gekauft worden und fuhr als erste Autofähre von 1975 bis 1983 zwischen Tórshavn und Suðuroy und in der dreimonatigen Sommersaison auch zwischen Norwegen bzw. Schottland und den Färöern. Zuletzt fuhr sie nur noch zwischen Tórshavn und Drelnes bei Tvøroyri, der Hauptstadt von Suðuroy mit knapp 2.000 Einwohnern. Seit Ende 2005 ist sie durch ein in Spanien gebautes modernes und schnelleres Schiff ersetzt worden, sodass sich die Fahrzeit um gut 20 Minuten verkürzt.

Hvalba wurde 1963 durch den ersten Tunnel auf den Färöern an das Straßennetz angeschlossen. Südlich von Hvalba, im Dalsádalur befindet sich die einzige heute noch betriebene Kohlegrube der Färöer. Aus dem etwa 1 m breiten Flöz wird heute nur für den Verbrauch von Privathaushalten gefördert. Diese Mine besteht seit 1972. Während des 2. Weltkrieges spielte die Kohle noch eine wichtigere Rolle für Hvalba, sie wurde bis nach England verschifft. Heute liegen an beiden Seiten des Tals verfallene Grubeneingänge, die man an den Abraumhalden erkennen kann. Heute arbeiten nur noch ein paar Männer in der Mine und manchmal nehmen sie auch Besucher mit in den Berg und erzählen gern in 500 m Tiefe auf Dänisch oder Englisch, dass diese die einzige Grube sei, die noch nicht eingestürzt ist.

Von Hvalba und Sandvík (hier im Bild) aus kann man die einzige unbewohnte Insel sehen, Lítla Dímun. Die kleine Insel hat ebenso wie Stóra Dímun rundherum nur Steilwände und erhebt sich mit 414 m etwas höher als der größere Nachbar mit 396 m.
Die Hauptstraße führt an der Ostseite der Inseln entlang, wo auch fast alle Siedlungen liegen. An der zerklüfteten Westseite liegen nur 2 kleine Dörfer, Fámjin und Sumba. Von Øravík, früher Thingplatz der Südinseln, führt eine kleine Straße in die Berge. Auf dem 300 m hohen Øraskarð hat man eine herrliche Aussicht auf beide Küsten, die Ost- und Westküste und auf das abgelegene Fámjin, was man bis vor ein paar Jahrzehnten nur zu Fuß erreichen konnte. Eine Bootsfahrt um die Insel herum war zu gefährlich und dauerte zu lange. So ist das Fußwegenetz im Mittelteil von Suðuroy noch sehr gut erhalten. Zwei Studenten gestalteten in Fámjin 1919 die färöische Flagge, die im selben Jahr noch das erste Mal in Fámjin gehisst wurde. Ihre Nachfolger kamen allerdings erst 1940 zum Einsatz: Damit die färöischen Fischer nicht versehentlich von den Briten versenkt wurden, hissten sie nicht mehr die „Danebrog“, des von deutschen Truppen besetzten dänischen Mutterlandes, sondern Merkið, die weiße Flagge mit einem rotblauem Kreuz. Heute hat die Ursprungsflagge in der Kirche in Fámjin ihren Stammplatz. Heute wohnen im abgelegenen Fámjin 113 Menschen.

Am Südende der Insel liegt Sumba, der südlichste Ort der Färöer. Bis 1997 konnte man Sumba nur über eine kleine, von Lopra ausgehende, gefährliche Bergstraße entlang der Steilküste am Westufer erreichen. Nicht weit von der Straße entfernt liegt die Klippe Beinisvørð, die mit 476 m höchste lotrechte Felswand Suðuroys. Seit 1997 führt ein über 3 km langer Tunnel unter den Berg her und macht die Verbindung von Sumba zum restlichen Teil der Insel einfacher. Besonders bekannt ist der kleine Ort an der Südspitze der Färöer für seine Tanzgruppe, die den Kettentanz schon auf internationaler Ebene aufgeführt hat. Heute leben in Sumba 282 Menschen. Einen kleinen Anleger für die Privatboote gibt es und viele kleine Kartoffelfelder um die Häuser herum. Die Landwirtschaft ist, seitdem der Tunnel da ist, hauptsächlich Nebenerwerb, immer mehr pendeln zu ihren Arbeitsplätzen nach Lopra, Vágur oder sogar nach Tvøroyri. 3 km weiter südlich verengt sich die Insel zu einer kleinen Landzunge, ehe auch diese steil ins Wasser abfällt. Land’s end. Akraberg, der südlichste Punkt der Färöer, ein einzelnes Gehöft und ein Leuchtturm – und dann kommt der unendliche Atlantische Ozean, bis nach 290 km das nächste Land aus dem Wasser ragt: Die Shetlandinseln. Schottland liegt von hier 330 km entfernt. Die deutsche Nordseeküste ist von hier noch 1175 km entfernt.

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