Die Färöer, Teil 1 (Einführung)

Übersicht

Die Färöer - eine kleine Landeskunde:

Einführung

Høvuðoggjar (Die Hauptinseln) Streymoy und Eysturoy

Vágar und Mykines

Sandoy, Skúvoy und Stóra Dímun

Suðuroy und Lítla Dímun

Norðuroyggjar (Die Nordinseln)

Wirtschaftliche Bedingungen



Klaus Averberg:
  Die Färöer - eine kleine Landeskunde

 

Die Färöer liegen im Nordatlantik, 475 km von Island, 330 km von Schottland und 600 km von Norwegen entfernt. Hier leben rund 48.000 Menschen auf einer Fläche von 1399 km² (Zum Vergleich: Die beiden norddeutschen Stadtstaaten Hamburg und Bremen haben zusammen 1188 km²). Zu diesen gesellen sich rund 80.000 Schafe und Millionen von Vögeln. Das wohl meistgesprochene Wort auf den Färöern ist „kanska“, auf Deutsch „vielleicht“. Hier hängt alles vom Wetter ab, darum, wenn man sich etwas vornimmt, kann man es „vielleicht“ machen. Darum heißen die Färöer auch: Das Land des „kanska“ (vielleicht). Die Färöer sind eine autonome Inselgruppe innerhalb des Königreiches Dänemark. Von einer Zugehörigkeit zu Dänemark wollen viele Färinger allerdings nichts wissen, sie wollen einen eigenen, unabhängigen Staat „Føroyar“.

Übersichtskarte rechts:
Die 18 Inseln der Färöer

Nicht aufgeführt:

    Stóra Dímun - nordöstlich von Tvøroyri
    Lítla Dímun - nordöstlich von Hvalba
    Hestur - westlich von Kirkjubøur
    Koltur - südöstlich von Miðvagur

Zwar lernen alle Färinger Dänisch in der Schule, im Alltagsleben spricht man aber nur noch Färöisch. Man kann sagen, dass Färöisch die dänische Sprache mittlerweile ganz aus dem Alltag der Färöer verdrängt hat. So findet man auch in der Bibliothek nur noch ältere Bücher in Dänisch. Alle Neuerscheinungen werden heute auf Färöisch herausgebracht.

Die Färöer haben auch ihr eigenes Geld, die Färöische Krone. Es gibt aber nur Färöische Geldscheine, die Münzen sind die Dänischen. Die Färöische Krone ist in einem Verhältnis von 1:1 an die Dänische Krone gebunden. In Atlanten liest man meist, dass die Färöer (und Grönland) zu Dänemark gehören; das stimmt genau genommen nicht, denn die Färöer gehören, ganz anders als Dänemark, nicht einmal zur EU. Die Färöer sind somit vielleicht das einzige Land in Europa, welches quasi noch vollkommen unabhängig ist, denn auch zum Europäischen Wirtschaftsraum und zur Europäischen Freihandelszone gehören die Färöer nicht, die Handelsbeziehungen werden in jeweiligen bilateralen Staatsverträgen geregelt.

Bei all den Eigenständigkeiten, die die Färöer bereits haben, darf natürlich auch eine eigene Flagge nicht fehlen. Die Fahne hat auf einem weißen Hintergrund ein rotes, blaugerändertes Kreuz und trägt den Namen Merkið. Sie weht vor vielen Häusern, auf den Schiffen und natürlich am Nationalfeiertag der Färöer, dem Ólavsøkudag, der am 29. Juli gefeiert wird. Die dänische Fahne sieht man hier nicht viel öfter als die anderen skandinavischen Fahnen.

Der Ólavsøkudag (der St. Olafstag) ist der höchste Feiertag der Färöer, an diesem Tag versammeln sich die ganzen Inselbewohner bei Sonne oder Sturm in Tórshavn und feiern diesen Tag. An diesem Tag beginnt auch das neue politische Jahr nach der Sommerpause, zunächst gehen die Abgeordneten des Føroyar Løgting (Färöisches Parlament) in die Kirche und nach dem Eröffnungsgottesdienst gibt es einen großen Umzug durch die Stadt zum Løgting direkt am Hafen.

Natürlich tragen die Färinger an einem solchen Tag ihre Nationaltracht. Aber auch die Stadt selber ist mit färöischen Nationalfahnen und bunten Wimpeln geschmückt.

Nach den Feierlichkeiten der Parlamentseröffnung geht es dann um die Mittagszeit mit den Ruderwettkämpfen los. Der Rudersport ist der färöische Nationalsport. Bereits vorher fuhren die vielen Dorfruderklubs in Wettkämpfen um die Teilnahme an der jetzt stattfindenden Landesmeisterschaft. Es gibt verschiedene Klassen bei den Booten, sie reichen von 5- über 6- und 8- bis zu den 10-Mann-Booten, diese jedoch wieder einmal für die Frauen und einmal für die Männer. Den krönenden Abschluss machen die 10-Mann-Boote, die jedoch den Männern vorbehalten sind. Alle Ruderer geben ihr Bestes, denn es gilt als eine Ehre, hier fahren zu können.
Die herrliche Atmosphäre im Hafenbecken, angefeuert von tausenden von Zuschauern, vor allem von denen aus ihren Heimatorten, ist unvergesslich. Kurz nach Ende des letzten Rennens ertönt ein lautes Tuten dass das Ende der Veranstaltung verkündet, die Smyril, ein großes Fährschiff, läuft in den zuvor gesperrten Hafen ein.
Zwar ist die Hauptveranstaltung des Ólavsøkudag vorbei – oder war das doch die Parlamentseröffnung? – aber heute und morgen wird in der ganzen Stadt erstmal weiter gefeiert. Die Meisterschaft der Reiter, der Handballer, der Volleyballer werden auch noch ausgetragen. Zusätzlich finden unzählige kulturelle Veranstaltungen statt.

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